Buffy und Sean erzählen: Leinenzwang in der Brut- und Setzzeit 🐾

Buffy: „Sean… warum ist es eigentlich jedes Jahr plötzlich so, dass ich an der Leine bleiben muss?“ Ich sag das ganz unschuldig, ja? Ich gucke dabei extra lieb. Aber innerlich brodelt’s, weil ich den Wind rieche, das Feld sehe, und mein Terrier-Kopf schreit: Los! Renn! Such! Guck!

English Summary

Buffy asks Sean why she has to stay on leash during breeding and nesting season (“Brut- und Setzzeit”). Sean explains that many wild animals have young hidden in grass, fields, and hedges, and dogs—even just running and sniffing—can cause stress or danger. Buffy argues she only wants to look and would come back, but Sean points out that terrier instincts can be stronger than good intentions.

Buffy then asks what it was like for Sean when he was young. Sean claims he never needed a leash and was always sensible, but Buffy catches him hesitating. Sean finally admits the truth: as a young dog he wasn’t better at all—he was also tempted by smells and prey and had his own “leash moments.” He jokes that he was fast enough to make humans invent new words.

Sean reframes the leash: it doesn’t mean “you can’t,” it means “you can, but safely,” with the human acting as the brake. Buffy reluctantly accepts and proposes a deal—she’ll stay on leash during this season if she’s allowed to sniff more and Sean explains every sound she hears. They walk on, with Buffy still full of attitude and Sean quietly amused, both revealing that terrier instincts don’t disappear with age.

Sean: „Weil Brut- und Setzzeit ist.“ Er sagt das so ruhig, als wäre das ein Naturgesetz, das man nicht diskutieren kann. Und genau das triggert mich.

Buffy: „Brut und Setzzeit… das klingt, als würden die Vögel jetzt plötzlich Termine machen.“ Ich schnüffle in die Luft und zeige mit der Nase Richtung Feld. „Ich will doch nur gucken. Nur schnuppern. Nur… ein bisschen laufen.“

Sean: „Genau das ist das Problem. Du willst nur – und am Ende bist du mitten im Gebüsch und jemand anderes hat Stress.“ Sean lehnt sich zurück, wie er das immer macht, wenn er glaubt, jetzt kommt seine große Weisheit. „In der Brut- und Setzzeit bekommen viele Wildtiere Nachwuchs. Die sitzen nicht irgendwo weit weg. Die sitzen im Gras. Im Feld. In Hecken. Man sieht sie nicht. Aber sie sind da.“

Buffy: „Ich sehe sie nicht, also sind sie nicht da“, murmle ich. Sean guckt mich an, als hätte ich gerade behauptet, Wasser wäre trocken.

Sean: „Du siehst vieles nicht. Du riechst aber vieles. Und du bist schnell. Und du bist Terrier.“

Buffy: „Danke.“

Sean: „Das war keine Auszeichnung.“

Ich seufze dramatisch und lege den Kopf schief. „Aber ich höre doch! Und ich komme zurück!“

Sean: „Du kommst zurück, wenn du willst.“

Buffy: „Ich will immer zurück.“

Sean: „Sag das mal dem Hasen.“

Da treffe ich kurz einen Nerv. Weil ja, Hasen sind… sagen wir… überzeugende Argumente. Ich setze mich hin, tue so, als wäre ich ganz sachlich und stelle meine nächste Frage: „Und wie war das bei dir, als du jung warst? Musstest du auch an die Leine?“

Sean richtet sich ein bisschen auf. Seine Augen werden so, wie sie immer werden, wenn er gleich eine Legende erzählt. „Ich? Ich musste nie an die Leine.“

Ich starre ihn an. „Nie?“

Sean nickt sehr überzeugt. „Nie. Ich war vernünftig.“

Ich muss kurz lachen. „Sean. Ich habe dich gesehen, wie du beim Feldgeruch plötzlich so guckst, als würdest du innerlich losrennen.“

Sean: „Ich gucke nur. Das ist Senior-Kontrolle.“

Buffy: „Senior-Kontrolle… aha.“ Ich rutsche näher. „Also wirklich nie? Du bist immer einfach brav neben dem Menschen gelaufen?“

Sean zieht die Brust raus, als würde er gleich ein Foto machen lassen. „Ich hatte Jagdinstinkt, ja. Aber ich hatte Stil.“

Ich kneife die Augen zusammen. „Stil heißt…?“

Sean: „Ich bin nicht wie ein Flummi explodiert.“

Buffy: „Du bist ein Flummi im Ruhestand.“

Sean will gerade was sagen – und dann passiert das, was bei Sean selten passiert: Er zögert. Nur ganz kurz. Aber ich merke es.

Buffy: „Oho. Da war was.“

Sean seufzt. „Na gut. Vielleicht… gab es Zeiten, da war ich auch nicht perfekt.“

Ich lehne mich vor wie ein Ermittler. „Erzähl.“

Sean: „Als ich jung war, war die Welt… sehr aufregend. Alles roch nach Abenteuer. Und ich war… schnell.“

Buffy: „Schnell wie ich?“

Sean: „Schnell genug, dass der Mensch manchmal neue Worte erfunden hat.“

Ich pruste los. „Neue Worte?“

Sean: „Sagen wir so: Ich habe auch gelernt, wie eine Leine klingt, wenn sie plötzlich wichtig wird.“

Da hab ich ihn. Voll erwischt. Ich wedle triumphierend. „Aha! Also doch Leine!“

Sean versucht, es zu retten. „Das waren… Einzelfälle.“

Buffy: „Wie viele Einzelfälle?“

Sean: „Genug, dass der Mensch wusste: Brut- und Setzzeit ist keine Zeit für Terrier-Experimente.“

Ich grinse. „Sean. Du warst also auch nicht besser.“

Sean: „Ich war anders.“

Buffy: „Anders schlimm?“

Sean: „Anders überzeugt.“

Ich schnüffle zufrieden und lehne mich an ihn. „Okay. Dann sag mir: Warum ist das jetzt so streng? Ich will doch niemandem was tun.“

Sean wird wieder ruhig, ernst. „Ich weiß. Aber Wildtiere wissen das nicht. Für die ist ein Hund ein Räuber. Wenn du durch die Wiese läufst, rennen die weg. Oder sie bleiben reglos, obwohl du drüber stolpern könntest. Manche Mütter lassen ihre Jungen zurück, weil sie panisch sind. Und selbst wenn du nur guckst: Du machst Druck.“

Ich blinzle. Ich mag das Wort nicht, aber ich verstehe es. „Also ist es nicht nur wegen mir… sondern wegen denen.“

Sean nickt. „Genau. Und weißt du, was die Leine in der Zeit bedeutet? Nicht ‘du darfst nichts’. Sondern: ‘du darfst, aber sicher’. Du darfst schnüffeln, gucken, laufen – nur eben mit dem Menschen als Bremse.“

Ich gucke zur Leine, als wäre sie ein persönlicher Feind. „Bremse…“

Sean: „Ja. Bremse. So wie bei einem Schlitten. Sonst rutschst du dahin, wo du nicht hin sollst.“

Ich seufze. „Aber es fühlt sich so an, als wäre ich nicht ich.“

Sean legt die Schnauze kurz an meine Schulter. „Doch. Du bist genau du. Und genau deshalb brauchst du die Leine manchmal. Nicht weil du böse bist. Sondern weil dein Kopf schneller ist als deine Vernunft.“

Ich flüstere: „Und deiner war früher auch schneller.“

Sean brummt. „Ja. Und deshalb sage ich das jetzt so sicher. Ich kenne den Film.“

Ich sitze einen Moment still. Das ist für mich… anstrengend, aber ich versuche es. „Okay. Dann mache ich einen Deal.“

Sean: „Oh nein.“

Buffy: „Ich bleibe an der Leine in der Brut- und Setzzeit. Aber dafür darf ich mehr schnüffeln. Richtig lange. Und du erklärst mir jedes Geräusch, das ich höre.“

Sean schaut mich an, als würde er rechnen. „Mehr schnüffeln ist sowieso erlaubt.“

Buffy: „Dann ist es beschlossen!“

Sean seufzt, aber ich sehe sein kleines Lächeln. „In Ordnung. Aber wenn du wieder behauptest, ich hätte nie an die Leine gemusst…“

Buffy: „…dann erinnere ich dich an die Einzelfälle.“

Sean: „Genau. Und jetzt gehen wir. Langsam. Mit Bremse.“

Buffy: „Mit Bremse… aber mit Stil!“

Sean: „Jetzt redest du schon wie ich.“

Buffy: „Nein. Ich rede klassig.“

Sean: „Du meinst wieder ‘klassisch’.“

Buffy: „Ich meine, was ich sage.“

Und so laufen wir los: ich vorne, die Nase am Boden, die Leine als Kompromiss, und Sean neben mir, der so tut, als wäre er schon immer der Vernünftige gewesen – obwohl wir beide ganz genau wissen, dass er früher auch ein Terrier mit Turbo war.


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