Buffy und Sean erzählen: Straßenkarneval in Köln 🐾

Buffy: Ich sag’s euch, Köln hat an dem Tag schon vor der ersten Ecke anders gerochen. Nicht „Stadt“, nicht „normaler Spaziergang“, sondern so ein Mix aus Süßkram, Parfüm, kalter Luft, warmem Essen und diesem ganz speziellen Duft von „Menschen machen heute Quatsch“. Ich hab die Nase hochgezogen und Sean angeguckt, so nach dem Motto: „Merkst du das auch?“ Und Sean hat natürlich so getan, als wäre das alles völlig normal. Sean: Normal ist das nicht. Das ist Straßenkarneval. Wenn Köln Karneval hat, sind die Jecken los – und dann ist es wie Freilauf im Kopf, nur für Menschen. Buffy: „Jecken“ fand ich erst mal verdächtig. Das klingt wie etwas, das man anbellen sollte. Sean: Anbellen bringt nichts. Jecken bellen zurück. Nicht mit „Wuff“, sondern mit „Alaaf“. Buffy: Und ich dachte erst, „Alaaf“ wäre ein Warnruf. Aber nein – das ist das Signal, dass jetzt alle gleichzeitig aufdrehen.

English Summary

Buffy and Sean describe their street carnival experience in Cologne from their own point of view. Buffy immediately notices the city smells different—sweet treats, perfume, warm food, cold air, and the scent of humans behaving wildly. Sean explains that it’s Straßenkarneval: “Jecken” everywhere, loud music, and constant shouting of “Alaaf.”

Buffy is fascinated by the costumes—pirates, glitter, even a “unicorn”—and she wants to investigate everything with her nose. Sean stays focused on safety, especially in the dense crowds where it’s easy to lose each other. The strongest temptations are the smells: waffles, roasted almonds, chocolate, pretzels, and all the “maybe-edible” things on the ground.

When the parade energy rises, confetti and sweets start flying. Buffy wants to chase every moving piece, but Sean stops her. She realizes that following every flying object would make her disappear in seconds. They meet friendly people who want to pet them, and Buffy enjoys the attention, while Sean keeps boundaries.

In a calmer corner, they regroup. Buffy admits the chaos is impressive and “nicely crazy,” while Sean is relieved to leave the loud crowds behind. Buffy dreams of her food bowl, and Sean wants peace—both agreeing that Cologne carnival is wild, loud, and unforgettable.

Buffy: Kaum waren wir mitten drin, war alles voll. Nicht nur voll mit Menschen – voll mit Geräuschen. Da war Musik, die man im Bauch spürt, da waren Stimmen überall, und ich schwöre: Die ganze Straße hat gezittert vor guter Laune. Ich bin automatisch einen Tick stolzer gelaufen, Brust raus, Ohren nach vorne, als wäre ich hier die Hauptperson. Sean: Du bist überall die Hauptperson. Buffy: Ja, aber hier war ich es extra! Und dann kamen diese Menschen… die sahen aus wie aus einem riesigen Spielzeugladen. Einer hatte eine Augenklappe. Ich hab Sean angeguckt: „Sean, warum guckt der nur halb?“ Sean: Weil Jecken manchmal Dinge tragen, die keinen Sinn ergeben. Das ist Tradition. Buffy: Dann lief ein Einhorn vorbei. EIN EINHORN! Glitzer, pink, wackelig, und es roch nach Mensch, Zucker und irgendwas Sprühigem. Ich war kurz davor, das Ding zu kontrollieren. Sean: Du wolltest es fangen. Buffy: Ich wollte es sichern. Sean: Sicher. „Sichern“. Buffy: Und Sean hat nur „Buffy“ gesagt – so ein einziges Wort, und ich wusste: Okay, nicht anfassen, nur gucken. Aber ich hab so intensiv geschnuppert, dass ich das Einhorn jetzt wahrscheinlich noch nächste Woche rieche.

Sean: Das Schwierigste war nicht mal das Verkleiden. Das Schwierigste war die Menge. Menschen standen so dicht, dass ich meine Ohren permanent auf „Durchsage-Modus“ hatte: Wo ist unser Mensch? Wo ist Buffy? Wo ist Platz? Weil in so einem Trubel verliert man sich schneller, als man denkt. Buffy: Ich hab mich nicht verloren! Sean: Du bist einmal in eine Lücke geflutscht wie ein roter Blitz. Buffy: Nur ganz kurz! Ich musste gucken, was da riecht. Da war nämlich Waffel. Sean: Genau. Da war Waffel. Und gebrannte Mandeln. Und Schokolade. Und Brezeln. Und überall dieser Duft von „Essbar… vielleicht… oder auch nicht“. Buffy: Ich hab wirklich gedacht, der Boden ist ein Buffet. Überall Papierchen, hier klebt was, da liegt was – und meine Nase hat gesagt: „Hallo, Jackpot.“ Sean: Und mein Kopf hat gesagt: „Nicht. Vom. Boden.“ Buffy: Sean ist da knallhart. Der sagt immer, Straßenkarneval-Boden wäre ein „Risiko“. Sean: Ist er. Da klebt alles, was kleben kann.

Buffy: Und dann wurde es lauter. Ich hab gemerkt, wie alle plötzlich in eine Richtung gucken. So wie wenn im Feld alle Vögel gleichzeitig auffliegen. Mein Körper war sofort bereit: Jetzt passiert was. Sean: Parade. Dann kommt der Teil, wo Menschen Dinge werfen und sich freuen, als hätten sie gerade das Rad erfunden. Buffy: Dinge werfen ist großartig! Sean: Es ist chaotisch. Buffy: Und dann ging’s los. Konfetti! Luftschlangen! Süßigkeiten! Alles flog. Ich hab den Kopf gedreht wie ein Radar: Da! Da! Da! Sean, da fliegt was! Sean: Du fängst heute gar nichts. Buffy: Nicht mal Konfetti? Sean: Vor allem nicht Konfetti. Buffy: Ich fand das persönlich sehr gemein. Aber ich hab verstanden: Wenn ich jedem fliegenden Ding hinterher will, bin ich in zwei Sekunden weg. Und Sean hatte recht – man sieht im Karneval nicht, wer wohin geht, weil alle gleichzeitig irgendwohin gehen.

Sean: Und trotzdem war’s… interessant. Die Menschen waren freundlich, viele haben uns gesehen und direkt dieses „Ohhh, wie süß!“ gemacht. Buffy: Ich LIEBE dieses „Ohhh, wie süß!“ Da werde ich automatisch noch hübscher. Sean: Du wirst nicht hübscher. Du wirst nur präsenter. Buffy: Präsenz ist wichtig. Und dann kam so ein Mensch mit einer Clownsnase runter zu mir. Ich hab geschnuppert und Sean angeguckt, weil ich sofort gecheckt hab: Das Ding ist abnehmbar. Sean: Wir nehmen heute nichts ab. Buffy: Schade. Ich hätte es nur… kurz… getestet. Sean: Genau. „Getestet“. Buffy: Aber das Beste war: Die Jecken waren verrückt – aber nett verrückt. Die haben gelacht, getanzt, gesungen, und keiner hat sich dafür geschämt. Sean: Karneval ist für Menschen wie Welpenspielstunde. Ein paar Tage lang dürfen sie einfach albern sein. Buffy: Dann war Köln voller Menschen, die ein bisschen Buffy waren! Sean: Das ist eine erschreckende Erkenntnis.

Buffy: Irgendwann haben wir uns ein bisschen rausgezogen, in eine ruhigere Ecke. Sean macht das immer so. Sean: Ich suche Luft. Und Abstand. Und einen Moment, in dem ich unseren Menschen sehe, ohne dass mir ein Pirat, ein Engel und ein Wurstbrot gleichzeitig ins Gesicht winken. Buffy: Ich hab Sean dann ein bisschen näher gestupst. Nicht weil ich Angst hatte – ich hatte nur… Respekt vor dem Chaos. Sean: Und weil du gelernt hast, dass man zusammen bleiben muss. Buffy: Ja. Zusammen bleiben ist gut. Aber gucken darf ich trotzdem. Sean: Gucken darfst du. Keine Alleingänge.

Buffy: Als wir später wieder raus sind aus dem Trubel, war die Luft plötzlich wieder „normal“. Weniger Glitzer, weniger Zucker, weniger Bass. Ich hab mich noch einmal umgedreht und gedacht: Köln, du bist komplett verrückt. Sean: Ja. Buffy: Aber irgendwie cool verrückt. Sean: Genau. Und jetzt nach Hause. Buffy: Ich brauche einen Napf. Sean: Natürlich brauchst du einen Napf. Buffy: Und ich brauche irgendwann wieder Karneval. Sean: Du brauchst vor allem jetzt Ruhe. Buffy: Ich kann auch leise feiern. Sean: Das sagst du jedes Mal.


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