Tag 242: Körper fertig, Kopf im Umbau - Buffys Weg zur erwachsenen Hündin 🐾
Rein optisch ist sie fertig.
Buffy steht vor uns, wir messen noch mal nach: 45 cm Schulterhöhe, schöne lange Beine, alles schön proportioniert, die Muskulatur zeichnet sich ab. Wenn sie sich hinstellt und den Kopf leicht hebt, sieht sie aus wie aus dem Bilderbuch: ein toller, klarer Kopf, wache Augen, und diese Ohren – wenn sie will, sitzen sie perfekt. Und wenn sie ganz besonders schick sein will, klappt sie sie nach hinten und tut so, als wäre sie der eleganteste Hund im ganzen Viertel.
English Summary
Day 242 is about Buffy’s physical vs. mental development.
On the outside she looks like a fully grown Irish Terrier: about 45 cm at the shoulder, long, well-shaped legs, a beautiful head and ears that can sit perfectly or fold cheekily backwards when she wants to look extra pretty.
But inside her head, things are still very much under construction. Buffy is extremely strong-willed, very assertive and clearly dominant in her behaviour. Tolerance is still a big work in progress – towards other dogs, people and especially frustration (waiting, not always being first, accepting „no“).
We talk honestly about what this means in everyday life: clear rules, consistent boundaries, guided freedoms and lots of training for frustration tolerance. Sean, our senior, acts as a calm counterweight and role model, showing that real strength also means staying relaxed and walking away from conflict.
Physically, Buffy is „finished“ – mentally, she is still on her way. And that’s okay. Our job is to guide all that power and dominance into good, fair behaviour and to support her on the long road from wild teenager to truly adult dog.
Vom Körper her kann man sagen:
✅ Buffys Entwicklung ist weitgehend abgeschlossen.
Sie ist kein Welpe mehr, kein tapsiger Junghund, sondern eine junge, fertige Hündin.
Aber – und das ist ein großes Aber:
Im Kopf fehlt noch eine ganze Menge.
1. Außen Model, innen Baustelle
Von außen: alles fein.
Innen: Gehirnbaustelle mit Dauerbetrieb.
Buffy ist im Kopf immer noch mitten in der Entwicklung:
- Toleranz ist bei ihr noch ein knappes Gut.
Wenn jemand ihr auf die Nerven geht (Hund oder Mensch), kann sie sehr deutlich werden. - Sie ist extrem durchsetzungsstark.
Wenn sie etwas will, dann will sie es. Und dann diskutiert sie, schiebt, versucht, ihren Plan durchzusetzen. - Dazu kommt ein Dickkopf vom Feinsten.
„Platz“ ist für Buffy eher ein Vorschlag als ein Befehl – zumindest, wenn draußen gerade etwas Spannenderes passiert. - Insgesamt wirkt sie sehr dominant – im Auftreten, im Blick, in der Art, wie sie Körper und Raum nutzt.
Und genau das ist der Punkt:
Rein körperlich könnte man denken: „Prima, erwachsene Hündin, fertig.“
In Wirklichkeit sind wir gerade mitten in der Phase, in der sich entscheidet, was sie aus all dieser Power macht.
2. Dominanz ist kein Schimpfwort – aber Verantwortung
Man muss es so sagen, wie es ist:
Buffy ist kein „Everybody’s Darling“, kein weichgespülter Sofa-Hund, der es allen recht machen möchte.
Sie ist:
- klar
- direkt
- raumeinnehmend
- selbstbewusst bis frech
Und ja – das hat etwas Dominantes.
Nicht im Sinne von „sie will die Weltherrschaft“, sondern eher:
„Ich weiß genau, was ich will, und wenn keiner aufpasst, nehme ich es mir einfach.“
Das kann toll sein:
- Ein Hund, der sich nicht sofort einschüchtern lässt
- Einer, der souverän durch neue Situationen geht
- Eine Hündin, die später mal ruhig Abstand hält, statt unsicher zu werden
Aber:
Ohne klare Führung kippt das schnell in:
- andere Hunde anpampen
- Ressourcen verteidigen
- sich vordrängeln, schubsen, über Grenzen von anderen drüberbügeln
Also ganz ehrlich:
Buffys Charakter ist eine Chance – und eine Aufgabe.
3. Toleranz – das große Lernfeld
Was Buffy im Kopf noch fehlt, ist vor allem eins: Toleranz.
- Toleranz gegenüber anderen Hunden, die langsamer, unsicherer oder einfach „anders“ sind
- Toleranz gegenüber Menschen, die nicht sofort verstehen, was sie will
- Toleranz gegenüber Frust: mal nicht dran sein, mal warten, mal zurückstecken
Im Alltag sieht das zum Beispiel so aus:
- Wenn Sean langsamer ist, findet Buffy das… mäßig toll.
- Wenn sie beim Spielen gestoppt wird, kommt erst mal Protest.
- Wenn ein anderer Hund vor ihr zur spannenden Stelle darf, ist die innere Empörung groß.
Das ist nicht „böse“, das ist Entwicklung.
Aber es ist unser Job, sie da durchzulotsen:
- Klare Regeln, immer wieder gleich
- Konsequenz, auch wenn sie diskutiert
- Pausen, wenn sie sich in ihre eigene Aufregung reinsteigert
- Und ganz wichtig: Situationen managen, bevor sie unfair wird
4. Sean als Gegenpol – der alte Herr mit der langen Geduld
Zum Glück hat Buffy einen, der sehr deutlich zeigt, wie man es auch machen kann: Sean.
- Er ist ruhiger, erfahrener, gelassener.
- Er weiß, dass man nicht auf jede Provokation reagieren muss.
- Und er kann sehr klar sagen: „Bis hierhin und nicht weiter.“
Manchmal prallt Buffys jugendliche Härte auf Seans Altersweisheit.
Dann sieht man:
- Wie sie testet
- Wie er begrenzt
- Wie wir dazwischen stehen, wenn es uns zu viel wird
Für Buffy ist er Gold wert:
Er zeigt ihr, dass Stärke nicht bedeutet, ständig auf 180 zu sein, sondern auch mal souverän nachzugeben oder einfach weiterzugehen.
5. Wie wir mit ihrem starken Charakter umgehen
Wir machen uns nichts vor:
Buffy wird nie ein „Ja-und-Amen“-Hund sein. Und ganz ehrlich – das soll sie auch nicht.
Aber:
- Sie muss lernen, ihre Kraft zu dosieren.
- Sie muss verstehen, dass wir am Ende entscheiden.
- Und sie muss begreifen, dass nicht jeder Konflikt ihrer ist.
Das heißt im Alltag:
- Klare Strukturen: feste Rituale, klare Regeln, gleiche Abläufe
- Konsequenz: Ein „Nein“ bleibt ein „Nein“, auch wenn sie diskutiert
- Gelenkte Freiheiten: Sie darf viel – aber nichts läuft chaotisch „einfach so“
- Trainingsphasen für Frusttoleranz: warten, abliegen, zuschauen, ohne immer im Mittelpunkt zu stehen
Und ja, das ist anstrengend.
Aber Buffys Entwicklung ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Ihr Körper ist „fertig“, ihr Kopf braucht noch Zeit – und die geben wir ihr.
6. Tag 242: Stolz auf das, was schon ist – und ehrlich über das, was noch fehlt
Wenn wir heute auf Buffy schauen, sehen wir:
- Eine wunderschöne, kräftige, junge Irische Terrierhündin mit 45 cm Schulterhöhe, langen, klaren Beinen und einem Gesicht, das einen sofort zum Lächeln bringt
- Ohren, die je nach Laune perfekt sitzen oder keck nach hinten geklappt sind
- Einen Charakter, der nicht everybody’s Darling ist, sondern eigenständig, laut und präsent
Und wir sehen genauso:
- Eine Hündin, die im Kopf noch nicht fertig ist
- Die lernen muss, Toleranz zu entwickeln
- Die ihre Dominanz in gute Bahnen lenken muss
- Die uns fordert – und an der wir als Menschen wachsen
Wir begleiten sie da durch.
Nicht, weil es immer einfach ist.
Sondern weil genau das der Deal ist, wenn man sich so einen Charakterhund ins Leben holt.
🎥 Du willst keine Abenteuer von Buffy & Sean verpassen?
Dann abonniere unseren YouTube-Kanal und begleite die beiden Irish Terrier durch Alltag, Abenteuer, Training und Terrier-Logik pur!
Ob Toben im Garten, Rückruftraining im Feld oder Chaos auf der Couch – bei uns gibt’s jede Woche neue Videos.
👉 Jetzt abonnieren & mitlachen
Dein Abo hilft uns, weiterhin regelmäßig Content zu liefern – ganz ohne zusätzliche Kosten für dich! 💚
Danke für deine Unterstützung!