Tag 249: Erbkrankheiten beim Irish Terrier - Klartext statt Panik đŸŸ

„Irish Terrier sind doch super gesund, oder?“
Diesen Satz hört man oft – und ja, im Vergleich zu vielen anderen Rassen stimmt das auch. Die meisten Irish laufen robust durchs Leben, 12–14 Jahre sind völlig normal.

Trotzdem:
Auch beim Irish Terrier gibt es Erbkrankheiten, ĂŒber die man ehrlich reden muss. Nicht, um Angst zu machen – sondern damit du weißt, worauf du achten kannst und welche Fragen du ZÜCHTERN stellen solltest.

Also: Kaffee schnappen, Terrier an die Seite, wir gehen das Thema Schritt fĂŒr Schritt durch.

English Summary

Day 249 is about hereditary diseases in the Irish Terrier – honest, but without panic.

We explain that Irish Terriers are generally considered a healthy breed with a life expectancy of about 12–14 years, but that there are a few important hereditary issues to be aware of. The two main breed-related conditions discussed in health statements and breed club information are:

  1. Hereditary Footpad Hyperkeratosis (HFH, “Corny Feet”) – a recessive genetic disease causing hard, thick, deeply cracked paw pads, usually starting between 4–9 months of age. It can be very painful and lead to lameness, but there is a DNA test available (FAM83G mutation), so responsible breeders can avoid mating two carriers. FARDARRIGH+5AlphaDog DNA+5The Irish Terrier Association+5
  2. Cystinuria (androgen-dependent type III) – a metabolic defect in the kidneys that can lead to cystine crystals and bladder stones, especially in males. It is suspected to be hereditary in the breed, but the exact genetic basis is not fully defined yet, so there is currently no simple DNA test. cdn.akc.org+1

We also briefly mention more general issues like hip dysplasia and eye diseases such as PRA, which can occur in many breeds and may have a hereditary background as well. PetMD+1

For puppy buyers, we give concrete questions to ask breeders (HFH test status, history of cystinuria or urinary problems, hip/eye checks), and for current owners we encourage regular checks of paws and urination behaviour plus early vet visits if something looks off. The core message: knowledge protects – denial doesn’t. Irish Terriers can live long, healthy lives, especially when breeders and owners work together transparently.


1. Gute Nachricht zuerst: Der Irish ist grundsÀtzlich eine gesunde Rasse

Laut Zuchtvereinen und Gesundheitskommissionen gilt der Irish Terrier seit Jahrzehnten als relativ gesunde Rasse mit wenigen rassetypischen Problemen.

Aber „wenige“ heißt nicht „gar keine“.
Aktuell werden im Kern vor allem zwei Erbkrankheiten immer wieder genannt:

  1. HereditĂ€re Fußballen-Hyperkeratose (HFH, Corny Feet)
  2. Cystinurie (androgenabhÀngige Form Typ III)

Dazu kommen noch einige Erkrankungen, die bei vielen Rassen vorkommen und vermutlich ebenfalls eine genetische Komponente haben können – z.B. HĂŒftdysplasie oder Augenprobleme wie PRA.

Wichtig:
Das heißt NICHT, dass jeder Irish Terrier krank wird.
Es heißt nur: Wenn etwas rassetypisch ist, dann meistens diese Baustellen.


2. HereditĂ€re Fußballen-Hyperkeratose (Corny Feet / HFH)

Fangen wir mit dem Klassiker an, ĂŒber den in Irish-Terrier-Kreisen am meisten gesprochen wird.

2.1 Was ist das?

HFH ist eine vererbte Verhornungsstörung der Fußballen.
Die Ballen werden:

  • hart
  • dick
  • rissig, teilweise mit tiefen Spalten

Daher der Spitzname „Corny Feet“, also „schwielige FĂŒĂŸe“.FARDARRIGH+5AlphaDog DNA+5The Irish Terrier Association+5

Das sieht nicht nur unschön aus – es ist vor allem schmerzhaft. Hunde laufen dann ungern, lahmen, oder lecken stĂ€ndig an den Pfoten. Infektionen in den Rissen können dazukommen.

2.2 Wann tritt das auf?

Typisch ist ein Beginn im Junghundealter:

  • meist zwischen 4 und 9 Monaten beim Irish Terrier
  • alle vier Pfoten sind betroffen
    labogen.com+1

Gerade, wenn man denkt: „Der Junghund ist jetzt langsam richtig im Training“ – und plötzlich will er nicht mehr laufen – kann so etwas dahinterstecken.

2.3 Wie wird HFH vererbt?

HFH ist autosomal-rezessiv vererbt:

  • Ein Hund kann frei, TrĂ€ger oder betroffen sein
  • TrĂ€ger sind selbst gesund, können aber bei Verpaarung mit einem weiteren TrĂ€ger kranke Welpen bekommen
    AlphaDog DNA+1

Das Gemeine: Ein TrĂ€ger sieht von außen aus wie jeder andere gesunde Hund.

2.4 Gibt es einen Gentest?

Ja! FĂŒr Irish Terrier gibt es einen DNA-Test auf HFH, der die verantwortliche Mutation im FAM83G-Gen nachweist.AlphaDog DNA+1

Seriöse ZĂŒchter:

  • kennen den Status ihrer Zuchthunde
  • verpaaren nicht TrĂ€ger x TrĂ€ger
  • können dir den Teststatus von Eltern / Vorfahren zeigen

FĂŒr KĂ€ufer:
Frag ganz konkret nach „Hyperkeratose / Corny Feet / HFH“ und lass dir den Status schriftlich geben.


3. Cystinurie – wenn die Niere Steine baut

Die zweite bekannte rassetypische Baustelle beim Irish Terrier ist die Cystinurie, genauer eine spezielle Form, die androgenabhÀngige Cystinurie Typ III.cdn.akc.org+1

3.1 Was passiert da?

Cystinurie ist eine Stoffwechselstörung der Niere:

  • Bestimmte AminosĂ€uren (u.a. Cystin) werden nicht richtig rĂŒckresorbiert
  • Sie landen in hoher Konzentration im Urin
  • Dort können sie Kristalle und Blasensteine bilden

Besonders betroffen sind hĂ€ufig RĂŒden, weil bei dieser Form Hormone (Androgene) eine Rolle spielen.magic-heroes.de

Typische Anzeichen können sein:

  • hĂ€ufiges Pinkeln
  • Pressen beim Urinieren
  • Blut im Urin
  • Schmerzen, Unruhe

Das ist nichts, was man „mal beobachtet“ – Steine im Harntrakt können richtig ernst werden.

3.2 Genetik – leider (noch) nicht so klar

Anders als bei HFH ist die genetische Basis der Cystinurie Typ III beim Irish Terrier noch nicht vollstĂ€ndig beschrieben. Es gibt starke Hinweise auf eine genetische Komponente, aber keinen so einfachen „mach den Test und gut“-Gentest wie bei HFH.magic-heroes.de

Zuchtvereine empfehlen daher:

  • auf FĂ€lle in bestimmten Linien zu achten
  • befallene Tiere nicht weiter in der Zucht einzusetzen
  • im Zweifel RĂŒden mit auffĂ€lliger Vorgeschichte genauer zu checken

FĂŒr dich als Halter heißt das:
Wenn dein Irish (vor allem als RĂŒde) Probleme beim Pinkeln hat – nicht abwarten, sondern Tierarzt und Urinuntersuchung.


4. Andere mögliche Erbbaustellen – nichts Rassespezifisches, aber im Hinterkopf behalten

Es gibt Erkrankungen, die praktisch bei jeder Rasse vorkommen können und zum Teil ebenfalls vererbbar sind – beim Irish Terrier werden z.B. erwĂ€hnt:

  • HĂŒftdysplasie (HD) – Fehlentwicklung des HĂŒftgelenks, kann zu Arthrose und Schmerzen fĂŒhren.PetMD
  • Augenprobleme wie Progressive Retinaatrophie (PRA), bei der die Netzhaut langsam degeneriert und zur Erblindung fĂŒhren kann.Riverside Animal Hospital

Hier gelten eher allgemeine Regeln:

  • auf Zuchtlinien achten, in denen keine gehĂ€uften FĂ€lle bekannt sind
  • ZĂŒchter suchen, die freiwillige Untersuchungen (HD-Röntgen, Augencheck) machen
  • beim eigenen Hund: regelmĂ€ĂŸige Checks, gerade im mittleren/Ă€lteren Alter

5. Was heißt das jetzt ganz praktisch fĂŒr KĂ€ufer & Halter?

5.1 Wenn du einen Welpen suchst

Du musst kein Genetik-Nerd werden – aber ein paar klare Fragen sind Pflicht:

  1. Welche Erbkrankheiten sind in der Rasse ein Thema?
    Antwort sollte mindestens HFH / Corny Feet + Cystinurie beinhalten.cdn.akc.org+1
  2. Sind die Elterntiere auf HFH getestet?
    Lass dir den Status zeigen („frei“, „TrĂ€ger“, „betroffen“ – Letzteres sollte nicht zur Zucht eingesetzt werden).
  3. Gab es in der Linie FĂ€lle von Cystinurie oder schweren Blasen-/Nierenproblemen?
  4. Welche Untersuchungen wurden noch gemacht?
    z.B. HD-Auswertung, Augenuntersuchung, Allgemeinbefund.

Ein seriöser ZĂŒchter wird darĂŒber offen reden – auch ĂŒber Probleme in der Vergangenheit.
Wer alles wegwinkt als „gibt’s bei uns nicht“, ist eher verdĂ€chtig als vertrauenerweckend.

5.2 Wenn du schon einen Irish Terrier hast

Dann heißt es nicht: „Oh Gott, bestimmt ist meiner krank!“
Sondern:

  • Hinsehen, ohne sich verrĂŒckt zu machen
  • Pfoten regelmĂ€ĂŸig checken (Risse, Schwielen, Lahmheit)
  • Harnverhalten beobachten (Strahl, HĂ€ufigkeit, Blut, Pressen)
  • bei AuffĂ€lligkeiten frĂŒh zum Tierarzt

FrĂŒh erkannt kann man vieles managen oder zumindest Schmerzen deutlich reduzieren.


6. Buffy, Sean & der Blick auf die eigene Linie

Wie gehen wir das bei Buffy und Sean an?

  • Wir kennen die Gesundheitsdaten der Linien
  • Wir wissen, welche Verwandten getestet wurden

Und wir haben kein Problem damit, jederzeit zu sagen:

„Wenn hier gesundheitlich was wĂ€re, wĂŒrden wir das offen kommunizieren.“

Buffy und Sean stehen stellvertretend fĂŒr viele Irish Terrier:
robust, aktiv, voller Energie – aber eben Teil einer Rasse, die in einem ĂŒberschaubaren Genpool unterwegs ist. Genau deshalb ist Ehrlichkeit in der Zucht so wichtig.The Irish Terrier Association+1


7. Fazit: Wissen schĂŒtzt – VerdrĂ€ngen nicht

Erbkrankheiten sind kein angenehmes Thema.
Niemand hört gern, dass „seine“ Rasse bestimmte Risiken hat.

Aber:

  • Der Irish Terrier ist grundsĂ€tzlich eine gesunde Rasse
  • Die bekannten Erbkrankheiten sind ĂŒberschaubar und zum Teil testbar
  • Je mehr wir darĂŒber wissen, desto besser können wir zĂŒchten, auswĂ€hlen und helfen

Wenn du magst, schreib auf dem Blog in die Kommentare:

  • Kanntest du HFH / Corny Feet und Cystinurie schon?
  • Hast du vielleicht selbst Erfahrungen mit betroffenen Hunden?
  • Welche Fragen stellst du ZĂŒchtern, bevor ein Welpe einzieht?

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