Tag 328: Impulskontrolle in der Pubertät - Warum das so schwer ist (und beim Terrier nochmal „extra“) 🐾
Wir sind mitten in dieser Phase, in der man manchmal denkt: Gestern war alles gut – und heute ist wieder komplett Chaos im Kopf.
Genau das ist Pubertät beim Hund. Und das merkt man nirgends so deutlich wie bei der Impulskontrolle.
English Summary
Day 328 is about impulse control during puberty and why it can be so difficult—especially with terriers. In this phase, a young dog’s brain is still being “rewired,” hormones increase emotional reactions, and everyday triggers (smells, movement, other dogs) suddenly feel much stronger. That’s why it often looks like the dog “doesn’t want to,” when the real issue is that the dog can’t stay consistent yet.
We also explain why puberty looks different from dog to dog: temperament, genetics, learning history, and daily stress levels all influence how stable a young dog can be. With terriers, it often feels even harder because they don’t just test boundaries—they also question the rules and look for loopholes.
When does it get better? Usually not in a straight line: there are improvements, setbacks, and then more improvements. Many dogs become noticeably more stable between the late teenage stage and young adulthood, but timing varies a lot. Our takeaway: keep rules consistent, focus on many small successful “wait/stop” moments, avoid long discussions when the dog is already overstimulated, and remember that rest is part of training.
Impulskontrolle heißt für uns ganz simpel: Der Hund kann etwas wollen (rennen, hin, gucken, diskutieren) – und trotzdem lässt er es, weil er bei uns bleibt oder kurz warten kann. Und genau diese Fähigkeit ist in der Pubertät… sagen wir mal freundlich: instabil.
Warum ist Impulskontrolle in der Pubertät so schwierig?
Weil der Hund in der Zeit nicht nur „bockig“ ist. Da passiert im Kopf real etwas:
- Hormone schieben Emotionen und Reaktionen hoch.
- Das Gehirn ist im Umbau: Prioritäten verschieben sich, vieles wird neu „verkabelt“.
- Reize sind plötzlich lauter: Gerüche, Bewegung, andere Hunde, Menschen, Geräusche – alles wirkt wichtiger als gestern.
- Und ganz oft ist es nicht „er will nicht“, sondern eher: er kann gerade nicht stabil.
Das ist der Punkt, der uns mental am meisten hilft: Pubertät ist nicht nur Erziehungsthema, es ist auch Entwicklungsphase. Ein Junghund ist da nicht konstant zuverlässig, weil er eben noch nicht konstant regulierungsfähig ist.
Warum klappt es bei manchen Hunden besser – und bei anderen schlechter?
Das sehen wir überall: Der eine Hund „geht“ durch die Pubertät und bleibt halbwegs ansprechbar, der andere wirkt zeitweise wie komplett neu gestartet.
Woran das liegen kann (ganz nüchtern, ohne Drama):
- Temperament / Erregungslage: Manche Hunde schaukeln sich schneller hoch.
- Genetik / Rassetendenz: Manche Rassen sind reaktiver oder eigenständiger.
- Lernerfahrung: Wer vorher viele kleine Erfolgsmomente gesammelt hat (warten, orientieren, Pause), hat mehr „Werkzeug“.
- Tagesform: Schlaf, Stress, Wetter, läufige Hündinnen in der Gegend, zu viel Action am Vortag – alles spielt rein.
Und ja: Es gibt Tage, da funktionieren Regeln erstaunlich gut – und am nächsten Tag wirken dieselben Regeln wie ein freundlicher Vorschlag.
Terrier-Pubertät: Warum das nochmal anders ist
Terrier sind nicht einfach nur „wild“. Terrier sind oft vor allem eins: eigenständig.
Und das ist der Unterschied:
- Viele Hunde fragen: „Was soll ich tun?“
- Terrier fragen zusätzlich: „Warum?“
Und wenn ihnen die Antwort nicht gefällt: „Dann nicht.“
Terrier testen nicht nur Grenzen, sie prüfen Sinnhaftigkeit.
Und sie sind häufig sehr schnell im Kopf: Wenn sie eine Lücke finden, nutzen sie die. Wenn etwas einmal funktioniert hat, wird es wieder versucht.
Das macht die Pubertät bei Terriern so speziell:
- Impuls + Energie + Diskussionsfreude = Tagesseminar.
Wann wird das besser?
Die ehrliche Antwort: Es wird besser – aber nicht linear.
Bei vielen Hunden ist die Pubertät irgendwo zwischen dem Junghundealter und dem jungen Erwachsensein spürbar, und bei manchen (gerade temperamentvollen, eigenständigen Typen) zieht sich das länger. Es gibt Hunde, die mit etwa 1,5 Jahren deutlich stabiler werden – andere brauchen eher Richtung 2 Jahre, bis der Kopf wirklich „fertiger“ wirkt.
Was wir dabei immer wieder erleben:
- Erst wird es besser.
- Dann kommt ein Rückfall.
- Dann wird es wieder besser.
- Und irgendwann merken wir: Oh, Moment… sie kann ja doch warten.
Das ist kein Zauber, das ist Entwicklung + Wiederholung + gute Rahmenbedingungen.
Was uns in dieser Phase wirklich hilft (ohne Erziehungs-Predigt)
Wir machen es uns in der Pubertät nicht unnötig schwer. Und wir haben ein paar Dinge, die sich bewährt haben:
1) Weniger Diskussionen im falschen Moment
Wenn der Hund schon „drüber“ ist (zu viel Reiz, zu viel Spannung), bringt Diskutieren wenig. Dann hilft eher: Distanz, ruhiger Bogen, raus aus der Situation.
2) Kleine Impulskontroll-Situationen statt Großprojekte
Nicht „jetzt muss sie 10 Minuten liegen bleiben“.
Sondern: 5 Sekunden warten, Blickkontakt, weiter.
Viele kleine Siege bauen mehr Stabilität als seltene Mammutaufgaben.
3) Regeln bleiben gleich – auch wenn der Hund testet
Pubertät ist die Phase, in der Hunde ausprobieren, ob Regeln wirklich Regeln sind.
Wenn wir heute „naja egal“ sagen, wird morgen „aha, geht doch“ draus.
4) Ruhe ist Training
Ein Hund, der ständig Action hat, wird nicht impulsstabiler, sondern oft nur schneller im Hochfahren.
Wir merken richtig: Je besser die Pausen sitzen, desto besser klappt draußen das „kurz warten“.
Unser Fazit zu Tag 328
Impulskontrolle in der Pubertät ist schwierig, weil der Kopf gerade umgebaut wird.
Und beim Terrier kommt obendrauf: Sie hinterfragen alles und bringen noch eine Portion „Ich hab da meine eigene Meinung“ mit.
Das ist anstrengend, keine Frage.
Aber es ist auch der Weg zum erwachsenen Hund: Wenn wir jetzt dranbleiben, sauber führen und nicht überdrehen, kommt diese Stabilität Schritt für Schritt.
🎥 Du willst keine Abenteuer von Buffy & Sean verpassen?
Dann abonniere unseren YouTube-Kanal und begleite die beiden Irish Terrier durch Alltag, Abenteuer, Training und Terrier-Logik pur!
Ob Toben im Garten, Rückruftraining im Feld oder Chaos auf der Couch – bei uns gibt’s jede Woche neue Videos.
👉 Jetzt abonnieren & mitlachen
Dein Abo hilft uns, weiterhin regelmäßig Content zu liefern – ganz ohne zusätzliche Kosten für dich! 💚
Danke für deine Unterstützung!