Tag 357: Warum mögen viele Hunde nicht gedrückt werden … und warum andere schon?

Das ist so ein Ding, das man im Alltag ständig sieht:
Manche Hunde kuscheln sich an, drücken sich richtig in dich rein und genießen jede Umarmung.
Und andere werden beim „Drücken“ sofort steif, drehen den Kopf weg oder gehen einfach. Und dann heißt es oft:

English Summary

Day 357 explains why many dogs don’t like being hugged or “squeezed,” while others enjoy it. For many dogs, a hug feels like being restrained and losing the ability to move away. Dogs usually prefer to create distance rather than “endure” closeness, and body pressure can also feel like control. Many dogs show subtle stress signals during hugs (stiff body, turning the head away, licking lips, yawning, whale eye, trying to leave).

Other dogs do enjoy close contact because they’ve learned it’s safe, they have a naturally cuddly personality, or they find gentle, steady pressure calming (similar to a weighted blanket). The key is choice: inviting the dog to come close rather than holding them. We share simple tips like the “3-second rule” to see whether the dog wants

„Der mag mich nicht.“

Doch. Meistens schon.
Viele Hunde mögen nur nicht diese Art von Nähe.


1) Warum „Drücken“ für viele Hunde unangenehm ist

1.1 Umarmen = Festhalten

Für uns ist Umarmen Nähe. Für Hunde ist es oft: Einschränkung.

  • Arme um den Körper = Bewegungsfreiheit weg
  • der Hund kann nicht einfach ausweichen
  • und Hunde lösen Konflikte lieber durch Abstand statt durch „aushalten“

Für viele ist das Gefühl:

„Ich kann gerade nicht selbst entscheiden.“

Und das mögen viele Hunde schlicht nicht.

1.2 Körperdruck kann wie „Kontrolle“ wirken

Unter Hunden ist Körperdruck oft ein Signal. Nicht immer böse, aber klar:

  • sich über jemanden stellen
  • anlehnen, blocken
  • Körpergewicht einsetzen

Wenn wir einen Hund umarmen, fühlt sich das – aus Hundesicht – manchmal eher wie „dominieren/halten“ an als wie „Liebe“.

1.3 Nähe am Kopf ist extra sensibel

Viele Hunde mögen es auch nicht, wenn Gesicht/Hand/Arme nah am Kopf sind:

  • Geruch, Atem, Nähe, Blick
  • dazu noch das Festhalten
    Das kann schnell zu „zu viel“ werden.

2) Woran du erkennst, dass ein Hund „eigentlich nicht will“

Viele Hunde sagen es leise – und werden nur dann deutlich, wenn man es ignoriert.

Typische Zeichen:

  • der Körper wird steif
  • Kopf wird weggedreht
  • Augen werden groß (Whale eye)
  • Lefzenlecken, Gähnen, Züngeln
  • Ohren nach hinten, Rute tiefer
  • er „friert ein“ und wartet nur, bis es vorbei ist
  • er schiebt sich raus oder geht weg

Das ist kein „Drama“, das ist höfliche Kommunikation:

„Bitte lass das.“

3) Warum manche Hunde es trotzdem mögen

Jetzt kommt die andere Seite: Es gibt Hunde, die lieben Körperkontakt. Und auch das ist echt.

3.1 Gewöhnung und Erfahrung

Hunde, die von klein auf gelernt haben:

  • Körperkontakt ist sicher
  • Menschen sind ruhig, halten nicht fest
  • der Hund darf jederzeit weg

… entwickeln oft ein positives Gefühl dazu.

3.2 Persönlichkeit und Nähebedürfnis

Manche Hunde sind von Natur aus:

  • sehr körpernah
  • anhänglich
  • „Kletten“

Die finden Druck nicht schlimm, sondern beruhigend.

3.3 Beruhigender Druck (wie „Gewichtsdecke“)

Es gibt Hunde, die mögen sanften, gleichmäßigen Druck, weil es sie runterfährt.
Ähnlich wie bei Menschen, die eine schwere Decke mögen.

Wichtig ist:
Das ist nicht das gleiche wie fest umarmen und halten.
Das ist eher: anlehnen, gemeinsam ruhig sitzen, streicheln mit Ruhe.


4) Buffy & Sean: zwei Terrier, zwei Versionen von Nähe

Bei uns sieht man das auch schön:

  • Sean als Senior ist oft gerne nah, aber er entscheidet gern selbst, wie nah. Bei ihm merkt man sofort, wenn es „zu viel“ ist – dann wird er steif und brummt oder geht.
  • Buffy kann auf der einen Seite mega kuschelig sein, auf der anderen Seite aber auch schnell in „ich will aber selber bestimmen“ kippen. Terrier sind da oft speziell: Nähe ja – aber bitte zu ihren Bedingungen.

Und genau das ist der Punkt:
Viele Hunde mögen Nähe, aber sie mögen Wahlfreiheit noch mehr.


5) Wie wir das im Alltag lösen (ohne dass es kompliziert wird)

A) „Einladen“ statt „festhalten“

Wir gehen eher so ran:

  • Hand anbieten
  • Hund kommen lassen
  • kurz streicheln
  • beobachten, ob er bleibt oder geht

Wenn er bleibt: okay.
Wenn er geht: auch okay.

B) 3-Sekunden-Regel

Kurzer Trick, der viel aussagt:

  • 3 Sekunden streicheln
  • aufhören
  • schauen, was passiert

Kommt der Hund wieder näher → er wollte mehr.
Geht er weg → er hatte genug.

C) Kinder besonders sensibilisieren

Kinder umarmen Hunde gern. Hunde mögen das oft nicht.
Da lohnt sich klare Regel im Haus:
„Wir streicheln, wir drücken nicht.“


Fazit Tag 357

Viele Hunde mögen kein „Gedrückt werden“, weil es sich nach Festhalten und Kontrollverlust anfühlt. Für Hunde ist Raum zum Ausweichen extrem wichtig, und Umarmen nimmt ihnen genau das. Andere Hunde mögen Körperkontakt sehr, weil sie daran gewöhnt sind, weil sie es beruhigend finden oder weil sie einfach von ihrer Persönlichkeit her echte Kuschelhunde sind.

Am Ende ist es wie so oft:
Nicht wir entscheiden, was „Liebe“ ist – der Hund zeigt uns, was für ihn gut ist. Und wenn wir das respektieren, kommt Nähe meistens von ganz alleine.


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